Wenn im November die Temperaturen in den einstelligen Bereich wandern, stellen sich die Eltern neugeborener Babys die Frage, wie man die Kleinen im Winter richtig einpacken sollte, wenn es mit dem Kinderwagen nach draußen geht. Darf man denn überhaupt mit den Kindern raus in die Kälte? Und auf was ist besonders zu achten? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir hier in unserem Ratgeber.

Das wichtigste zuerst: Auf jeden Fall sollte auch mit Neugeborenen ein Ausflug an die frische Luft auf dem täglichen Programm stehen. Kuschelig warm verpackt im Kinderwagen profitieren selbst die Allerkleinsten bereits von der kurzen Auszeit draußen im Freien – die niedrigen Temperaturen und die zumeist hohe Luftfeuchtigkeit stärken das Immunsystem und können Erkältungskrankheiten effektiv vorbeugen!

Ist es gefährlich, mit kleinen Babys in die Kälte zu gehen?

Insbesondere bei Neugeborenen tendiert man immer zur Übervorsichtigkeit. Klar, dem winzigen Schatz soll es ja auch rundum gut gehen. Ein viel diskutiertes Thema in Foren ist daher die Frage, ob man Neugeborenen überhaupt die eisigen Temperaturen im Winter zumuten oder besser erst einige Monate in der warmen Stube abwarten soll, bis das Kind etwas robuster ist.
Hier kann man sich auf einen alten Tipp verlassen. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung! Die ersten 10 Tage nach der Geburt sollten Eltern mit dem Nachwuchs noch zu Hause bleiben, doch danach heißt es: raus in die Natur! Die Schleimhäute der Kinder werden durch die trockene Heizungsluft in den Wohnräumen ständig gereizt und sind so anfälliger für Viren. Die kühle, feuchte Luft im Herbst und Winter im Freien hingegen sorgt für einen wichtigen Ausgleich, kurbelt das Immunsystem der Kinder an und bereitet den Körper der Babys optimal darauf vor, sich auch mit widrigen Klimabedingungen auseinander zu setzen. Sofern Sie ihr Neugeborenes warm einpacken, ist es also absolut nicht gefährlich, auch schon mit den Jüngsten im Winter vor die Türe zu gehen!

Am besten ist das Zwiebelprinzip

Um Ihr Baby vor den eisigen Temperaturen im Winter zu schützen, empfiehlt es sich, es nach dem Zwiebelprinzip einzukleiden. Hierbei werden mehrere Schichten Kleidung übereinander getragen – ähnlich dem Aufbau einer Zwiebel. Dadurch sammelt sich Luft zwischen den einzelnen Schichten, die isolierend wirkt. Kleiden Sie nach dem Prinzip „von dünn nach dick“. Über die Windel ziehen Sie dem Baby einen dünnen Strampler oder Body aus Naturmaterialien, Baumwolle oder Schurwolle, an. Darüber dann eine Strumpfhose und einen Pullover. Bei den jüngsten folgt dann ein Thermo-Overall, etwas ältere Kinder können Sie auch mit einer gefütterten Hose und einer dicken Winterjacke bekleiden. Den Hals schützen Sie mit einem Schal oder einer Halskrawatte. Diese hat den Vorteil, dass sie sich ohne Wickeln und Knoten anlegen lässt – was den Anziehvorgang gerade bei unruhigen, zappeligen Babys wesentlich vereinfacht. Von größter Wichtigkeit ist auch die Kopfbedeckung. In Relation gesehen ist der Kopf eines Babys im Verhältnis zum Körper geradezu riesig – und bietet daher viel Fläche, über die Körpertemperatur verloren gehen kann. Ziehen Sie dem Baby daher immer, und das auch bei herbstlich milden Temperaturen, eine Mütze auf. Die Herbstmütze kann dabei recht dünn sein, für den tiefen Winter wählen Sie ein gefüttertes Modell. Die Mütze sollte dabei nicht zu enganliegend sein – auch hier profitiert das Baby von Luftschichten zwischen dem Köpfchen und dem Stoff.
Die Füße des Babys schützen Sie mit gefütterten Schuhen oder dicken Wollsocken. Wichtig ist auch hier, dass keine Kälte an die empfindliche Haut des Babys gelangt. Schafwolle hat durch seine Struktur eine hervorragende, natürliche Schutzfunktion vor Kälte und Nässe und sollte als Innenmaterial für Schuhe immer in Betracht gezogen werden.

Ohne geht’s nicht: Der Fußsack

Während Sie durch die Bewegung beim Winterspaziergang automatisch auf Betriebstemperatur kommen, liegt Ihr Baby recht bewegungslos im Kinderwagen. Daher müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Baby auch bei wenig Bewegung kuschelig warm verpackt ist. Gefütterte Fußsäcke sind hier das beste Mittel. Sie bestehen aus einer äußeren, wind- und wasserabweisenden Schicht und einem dick gefütterten Innenleben. Einige Modelle bestehen darüber hinaus noch aus einem Fußteil und einem verlängerten Teil für den Rücken. Dadurch sind nicht nur die Beine, sondern auch der Rest vom Kind mollig warm eingepackt.

Bevor es raus geht: Vorbereitung für den Winterspaziergang

Das Baby ist warm eingepackt, der Kinderwagen steht bereit – eigentlich könnte es jetzt losgehen. Wenn Sie jedoch vorab für ein kleines Plus an Komfort für Ihr Baby sorgen möchten, wärmen Sie den Fußsack und die Liegefläche des Kinderwagens vor. Den Fußsack können Sie ganz einfach vor dem geplanten Spaziergang für rund eine Stunde auf die Heizung legen. So nimmt der Fußsack die Wärme an und bietet Ihrem kleinen Schatz ein wohlig warmes Gefühl, wenn Sie es in den Kinderwagen legen. Auch eine Wärmeflasche oder ein erhitztes Kirschkernkissen machen aus einem Kinderwagen einen wohltemperierten Ort zum Wohlfühlen.

Babyhaut braucht besonderen Schutz

Die dünne Haut der Babys enthält noch zu wenig Fett, um sich selber vor Kälte zu schützen. Schnell kann die Haut austrocknen, rissig werden oder durch große Kälte gar in tieferen Regionen geschädigt werden. Um dies zu vermeiden, sollten Sie das Gesicht, die Ohren und die Händchen vor jedem Spaziergang mit spezieller Creme schützen. Gute „Wind und Wetter“-Creme besteht zu 100 % aus natürlichen Inhaltsstoffen, versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und legt sich wie ein schützender Film über die empfindliche Babyhaut. An klaren, sonnigen Tagen dürfen Sie auch keinesfalls den Schutz vor UV-Strahlung vernachlässigen. Je nach Stand der Sonne und Höhenlage ist die Strahlung genauso gefährlich wie im Hochsommer!
Cremen Sie das Gesicht Ihres Babys sorgfältig ein und legen Sie besonderes Hauptaugenmerk um die Partien rund um die Nase und die Augen. Hier ist die Haut besonders dünn.

Wie lange darf man in der Kälte bleiben?

Sofern Ihr Kind gesund ist, gibt es keine Richtlinie, die besagt, nach wie viel Minuten oder Stunden Sie mit Ihrem Baby wieder zurück ins Warme müssen. Hat Ihr Kind draußen Spaß – warum sollten Sie dann den Spaziergang vorzeitig abbrechen? Die sicherste Methode, um zu prüfen, ob Ihrem Kind warm ist oder es langsam auskühlt, ist das Fühlen der Körpertemperatur im Nacken des Kindes. Fühlt sich die Haut dort normal warm an, ist alles in Ordnung. Ist das Kind verschwitzt und fühlt sich der Nacken heiß an, ist Ihrem Kind zu warm. Ziehen Sie in dem Fall eine Kleidungsschicht aus. Ist der Nacken kalt, heißt es schnell nach Hause! Vorsicht geboten ist bei Wind. Dieser lässt die gefühlten Temperaturen schnell um einige Grad sinken und kann Ihr Baby schnell auskühlen. Schützen Sie Ihr Kind bei Wind daher mit dem hochgeklappten Verdeck des Kinderwagens.

Geht gar nicht: Metallteile auf der Babyhaut

Viele Kleidungsstücke für Babys und Kleinkinder sind mit modischen Applikationen aus Metall versehen. Reißverschlüsse, Knöpfe und Co. sehen zwar wirklich schick aus, können aber für das Baby im Winter zur Gefahr werden. Metall hat die Eigenschaft, Temperaturen zu leiten. In der Küche kennen Sie den Effekt von den Töpfen auf dem Herd, die die Hitze der Herdplatten an das Gargut weiterleiten. Leider leitet Metall auch Kälte optimal. Ein Knopf an der Hose, der direkt auf der Babyhaut aufliegt, kann bei tiefen Temperaturen das empfindliche Gewebe an diesem Punkt konzentriert auskühlen – und das äußert sich in Schmerzen bei Ihrem Baby! Achten Sie daher darauf, dass im Winter kein Kleidungsstück, dass direkt auf der Haut aufliegt, mit Knöpfen oder Reißverschlüssen ausgestattet ist. So gehen Sie auf jeden Fall auf Nummer sicher.

Winterspaziergänge sind auch mit kleinsten Kindern ein absolutes Muss. Die frische, kalte Luft hält Viren und Bakterien fern und so Ihr Baby gesund. Auch profitieren die Kleinen von den optischen und akustischen Reizen, die die Natur bietet. Gut verpackt und geschützt steht einem Ausflug in die Winterwelt auch nichts im Wege.